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TSV-Sportlerheim hat freies WLAN

Lang-Göns (ikr). Er hat durch die Initiative "Bitte mehr Bit!“ vor acht Jahren den Breitbandausbau in der Gemeinde Langgöns vorangetrieben, nun setzt sich Stefan Baldus aus Lang-Göns dafür ein, in der Großgemeinde möglichst flächendeckend freies WLAN anzubieten. Das Sportlerheim des TSV Lang-Göns hat der Inhaber der Firma „optik baldus“ jetzt als Sponsor in Kooperation mit der Initiative "Freifunk Gießen" mit freiem Internet ausgestattet. Als “Beifang” wurden auch noch die Räumlichkeiten des Bürgerhauses, der Jugendpflege und des Schützenvereins versorgt. Bei einem Ortstermin informierte der Augenoptikermeister gemeinsam mit Martin Lüdge vom Vorstand der TSV-Fußballabteilung und Jan Harodt von Freifunk Gießen über das Projekt.

Dabei berichtete Baldus zunächst, wie es überhaupt zu der Zusammenarbeit kam: "Jan Harodt sprach mich im Spätsommer vergangenen Jahres an. Er wollte seinen Verein, der nicht-kommerziell und ehrenamtlich organisiert ist, in der Region bekannter machen und Geschäftsleute ansprechen. Dabei erinnerte er sich an mich als Initiator von ‚Bitte mehr Bit‘ und nahm Kontakt auf." Baldus wusste, dass der TSV Lang-Göns Internet nur über einen Stick empfangen konnte. "Zugleich lief bereits die politische Debatte in den gemeindlichen Gremien, freies Internet im Bereich gemeindlicher Gebäude einzurichten", erinnerte der Geschäftsmann. Er probierte das von Freifunk empfohlene System in seinem Laden aus und es funktionierte. Das Freifunk-System arbeitet nach dem Prinzip, dass WLAN-Router von Firmen und Privatpersonen für den Datentransfer der anderen zur Verfügung gestellt werden, so dass eine freie Infrastruktur entsteht. Freifunk stellt lokal freie WLAN-Netze und die Infrastruktur (Server, Systeme) bereit und sagt Hilfe beim Aufbau sowie beim Router- und Antennenkauf zu. Die Initiative finanziert sich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Als Stefan Baldus den TSV-Fußballern vorschlug, in ihrem Sportlerheim einen WLAN-Hotspot einzurichten, "waren die Feuer und Flamme", schmunzelt er rückblickend. Baldus sponserte die Hardware im Wert von insgesamt 250 Euro, das Know-How kam von den Freifunkern. Hinzu kommen jetzt die laufenden Stromkosten. Unterm Strich ist es eine sehr kostengünstige Lösung. Seit Ende April sind nicht nur das Fußballerheim, sondern auch das Bürgerhaus mit Schützenverein und Jugendräumen sowie das Umfeld der Gebäude bestens "beschallt". Die Jugendpflege hatte vorher einen kommerziellen Anbieter, der zeitlich eingeschränkt freies WLAN anbot. Diese Kosten werden jetzt eingespart und es kann an sieben Tagen rund um die Uhr im Internet gesurft werden.

Den Internetzugang im Bürgerhaus hat die Gemeinde Langgöns zur Verfügung gestellt. Sie hat in ihrer jüngsten Parlamentssitzung außerdem beschlossen, in Kooperation mit Freifunk WLAN-Hotspots in öffentlichen Gebäuden einzurichten. Als erstes Gebäude soll die Karl-Zeiss-Sporthalle versorgt werden. Die Initiative Freifunk wird von der Gemeinde im Gegenzug zukünftig mit Spenden unterstützt.

"Das freut uns sehr", betonte Jan Harodt.

"Auch wir Fußballer sagen ein recht herzliches Dankeschön an Optik Baldus und Freifunk, wir sind froh, dass wir jetzt WLAN haben. In Zeiten der Digitalisierung, wo auch die Verbände alles online haben wollen, fallen für uns zukünftig keine Kosten an", freute sich Martin Lüdge. Das Projekt zeige, dass man auch mit Privatinitiativen Dinge kostengünstig bekommen könne und dabei noch das Ehrenamt unterstütze.

Abschließend appellierte Stefan Baldus an Privat- und Geschäftsleute: “Jeder kann jederzeit mit einsteigen, ideal wäre ein flächendeckendes freies WLAN-Netz in Langgöns!“

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